DO Empordà – Costa Brava

In Ampurdán (spanisch) oder Empordà auf katalanisch – deutsch: Ampurien – ist das fruchtbare Hinterland der Costa Brava in der katalanischen Provinz Girona im nordöstlichsten Zipfel der iberischen Halbinsel und grenzt an die französische Weinbauregion Roussillon. Im Jahr 1936 wurde die Aufteilung in die Kreise Alt Empordà (‚Oberampurien‘) und Baix Empordà (‚Niederampurien‘) vorgenommen. „Hauptstadt“ des oberen Empordà ist Figueres. Nördlich davon umfasst die D.O. Empordà = Denominación de Origen – dies ist die Abkürzung für ein Weinbaugebiet mit geschützter Herkunftsbezeichnung in Spanien – insgesamt 40 Gemeinden. Die Rebflächen liegen in den Hängen der Sierras de Rodes y Alberes und beschreiben einen Bogen vom Cabo de Creus bis zum so genannten Garrotxa d‘ Empordà.

Bilder: Raventos y Blanc

Man bezeichnet die Denominación d’Origen Empordà als die Wiege des spanischen Weinbaus. Vom Mittelalter an erzeugte man hier, wie im benachbarten französischen Banyuls, natursüße Weine aus Garnatxa, der Garnacha, oder charaktervolle und alkoholstarke Rancios. Heute wird der Wein auf rund 2.000 Hektar Rebfläche vornehmlich auf Kalkboden angebaut. Für das Wachstum gefährlich sind de kalten Nordwinde, die sogenannten „Tramontana“ – die Winde, die von den Pyrenäen in die Rebflächen wehen. Ansonsten ist das Klima mediterran. Die Winter sind mild, mit wenig Frost und die Sommer heiß, aber durch die Meeresbrise des Mittelmeers gemäßigt. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei etwa 600 mm.

Die wichtigsten Rebsorten sind bei den Weißweinen zumeist autochthone Sorten wie Garnacha blanca (200 ha), Macabeo (100ha), Moscatel, Xarel.lo und die internationale Sorte Chardonnay, der in Empordà sortenrein ausgebaut wird. Die mit einheimischen Sorten vinifizierten Weißweine sind frisch und würzig, am Gaumen anhaltend und im Aroma erinnern sie an Heu und Apfel.

Rote Sorten sind Cariñena – die die Hauptsorte des Gebietes mit einer Rebfläche von über 1.800 Hektar darstellt – sowie Garnacha Tinta (150 ha), Ull de Llebre – eine regionale Spielart des Tempranillo – sowie die internationalen Rebsorten Cabernet Sauvignon und Merlot. Die DO Empordà gilt als wichtiges Rosado-Produktionsgebiet. Dabei sind die rosen- und himbeerfarbenen Rosés fruchtig, intensiv im Geschmack aber dennoch frisch und leicht. Neue Rotweine – „Novell“ genannt, die noch im Erntejahr getrunken werden – bestechen durch ihre granatrote Farbe. Sie sind leicht und angenehm zu trinken, mit gutem Säuregehalt und dem Aroma von roten Früchten angenehm zu verkosten. Die Crianzas – Rotweine mit 6 bis 12 Monaten Holzlagerung und 12 bis 18 Monaten Flaschenreife bei einem Mindest-Gesamtalter von 24 Monaten – zeigen eine aromatische Palette von Gewürznoten, sind am Gaumen geschmackvoll würzig und äußerst angenehm zu trinken.

Die Winzer stellen traditionellerweise auch alkoholische, starke Likörweine – die sogenannten Rancios – her. Sie werden auf Grundlage der Garnacha-Traube ausgebaut. Ihre Farbe ist wie rötlicher Bernstein, das Aroma enthält Noten von Mistella, am Gaumen bestechen sie durch ihre Süße und Öligkeit.

Die Jahresproduktion von gerade einmal 70.000 Litern Wein verbleibt zu über 90 Prozent in der Region und wird auch dort getrunken. Nur kleinste, aber feinste, Mengen werden ins Ausland exportiert. Dies gilt insbesondere für die Cosechas, die Jahrgangsweine, die meist als Crianzas ausgebaut werden.

Quelle: Wikipedia/ DO Emporda

Weiterführende Links: Wine on VI | Virologie | DO Emporda | Wiki (eng) Empordà